15.03.2011

Hauchdünn

Hauchdünn der Moment.

Ungeschützt liegt er da.

In der Zerbrechlichkeit der eigenen Verwundbarkeit.

In der Schwerelosigkeit der Zeit.


Hauchdünn das Jetzt.

Ohne Halt wenn dann

Bilder. Bilder.

Realität werden.


Hauchdünn der Boden

Der bebt

Der verschwindet

unter unseren Füßen.


Keine Mauer,

kein Trost

kein Verzeihen


vor uns selbst.

09.10.2010

Ich bin ausgezogen

Ich bin ausgezogen
um von Krähen begrüßt zu werden
die die Türme des Schlosses bewachen
als wäre die Zeit stehen geblieben.

Der Gesang der schwarzen Vögel
durchbricht die fast
weihnachtliche Stille.

Alles schmeckt nach Herbst.

Ein Neubeginn inmitten
des Abschieds.

Ich bin ausgezogen
doch kenne mein Zuhause nicht.

28.09.2010

01.09.2010

...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...


STUFEN

Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)

15.07.2010

Zeitpunkt.Jetzt.

Und? Was machst du nach dem Abi?
Diese Frage ist nun mehr als ein Jahr Vergangenheit.
Und viel hab ich gemacht. Vor allem bin ich meinen Füßen gefolgt. Und sie haben mich zu wunderbaren Orten gebracht. Nicht immer ein leichter Weg, aber ich hab immer das Schöne gesehen, gefunden. Gelernt. Bin immer genau dahin gegangen, wo ich etwas finden konnte, was mich weiter bringt.

Zeitpunkt Jetzt: Berlin.
Konkrete Schritte auf das Studium hin.
Konkrete Inhalte lernen, da ich mitten im Berufsalltag bin.
Mehr als nur einen Eindruck bekommen.
Und obwohl es jetzt so konkret ist, weiß ich wieder nicht, wo ich eigentlich am Ende des Jahres sein werde. Wo ich eigentlich die nächsten Jahre leben, lernen werde.

Zeitpunkt Jetzt: Sommer.

26.04.2010

der, der das glück bringt.

in mitten dieser stadt, zwischen den dahin rasenden autos, der wirschen mischung von baustilen, seh ich ihn.
den, der wenn man ihn berührt, glück bringt. das glaubte ich als kind.
mir bringt es glück ihn heut einfach zu sehn.
ein einzelgänger in dieser zeit.
irgendwie verloren in ort und zeit.
besonders.
er erinnert mich an meine kindheit.
und das bringt mir ein lächeln aufs gesicht zurück.

15.04.2010

die willensübung dem eigenen willen zu folgen.

die schule des lernens ist das leben.
ich gehe jeden tag dorthin. und sie kommt jeden tag zu mir.
manchmal werd ich mir über den besuch und das neu erlernte erst viel später bewusst.
dann bemerke ich, wieviel potential in jeden einzelnem tag, der stunde und all den momenten dazwischen liegt.
das bewusstsein darüber zu haben, dass ich schüler bin, dass ich in jeden dieser zeiten lerne.

und manchmal frag ich mich, warum das, was ich so sehr tun will, so sehr lernen will, mir doch am schwersten fällt. nicht das anfangen! nein, im beginnen bin ich gut. ich kann planen, organisieren und beginnen. doch dann das tun über lange zeit. warum muss ich durch-halten, warum mich selber überlisten, um das zu tun, was ich doch am meisten tun will?
ist der mensch wirklich - allgemein gesagt- so träge?

dieser willensakt. die willensübung dem eigenen willen zu folgen.

das klingt doch paradox.

und doch, wer sich außerhalb der strukturen, ohne stundenplan, abgabetermin etc. bewegt, wer sein eigener lehrer und schüler ist, der weiß, dass das, was man will, oft nicht das ist, was man tut.

und doch glaube ich daran, dass es der mühe und den willens- und kraftakt wert ist, es immer und immer wieder neu zu beginnen.
auch wenn man an sich selbst scheitert und zu den verabredungen mit sich selber nicht kommt.

das leben ist ein offener lehrplan, den ich füllen kann. und ich bekomme keinen tadel, wenn ich nicht komme oder zu spät. außer von mir selbst.

25.03.2010

home is where i am.

ich sitze in der sonne in unserem garten.
die frühlingssonne wärmt meine noch gebräute haut.
eine unglaublich leichte frische liegt in der luft.
der frühling ist da!
und doch merk ich, dass der lange, kalte winter den menschen noch in den knochen steckt. dass die erde sich noch zu gut an schnee, frost und eis erinnert.

dann lauf ich durch den park. meinen park. hier bin ich aufgewachsen.
mich begrüßen schneeglöckchen, krokusse und andere lieblich blühende blumen.
kinder des frühlings. aus der kälte geboren.
das braune kleid der landschaft durchbrechend, das grau abwendend, kommen sie mit ihren farbenfrohem gewand.

ich bin zuhaus. denn ich bin hier mit einem lächeln auf dem gesicht.

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